Ausbildung

Gut gesucht ist halb gefunden

Vor Beginn des Ausbildungsjahres wollen viele Schulabgänger die richtige Stelle finden. Das heißt für die meisten erstmal: richtig suchen. Aber zum Glück nicht allein.

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Pfeile Viele Jugendliche stehen nach dem Schulabschluss vor einer schweren Wahl: Welcher Aussildungsberuf ist wohl der Beste?
21.01.2015
  • Von: Dagny Riegel

Hurra, bald ist Schulschluss. Aber was kommt nach dem letzten Gong?! Um sich auch wirklich auf die neue Freiheit freuen zu können, sollte möglichst früh ein Plan her: Denn bevor es ans Bewerben geht, muss klar sein, welcher Beruf passt. Lieblingsfächer und Hobbies sind ein erster Anhaltspunkt, wohin die Reise gehen könnte. Oder wohin sie vielleicht nicht gehen sollte. Denn nicht immer passen Interessen, Vorlieben und Talente zusammen.

Der überzeugte Sportmuffel und Vielschläfer wird bei der Werkfeuerwehr vielleicht nicht glücklich, auch wenn er schon als Kind davon geträumt hat, brennende Häuser zu löschen und Menschen zu retten.

Gespräche mit Eltern, Lehrern und Freunden bringen weitere Ideen und helfen, die eigenen Stärken herauszufinden. Auch solche, die man selbst vielleicht bisher gar nicht bemerkt hat. Selbst wenn Vater, Mutter und Opa Ärzte waren und die Tochter denkt, mit ihren passablen Bio-Noten, komme nur ein Medizinstudium in Frage; womöglich sind es die Freunde und Lehrer, die bemerken, dass sie in Chemie viel besser aufpasst und die halbe Klasse von ihr abschreibt. Oder aber die Gespräche geben einfach Sicherheit, dass andere einen ähnlich einschätzen, auch ein gutes Gefühl. So zeichnen sich eventuell schon ein oder zwei grobe Richtungen vor. Vielleicht haben die Lieblingsfächer etwas gemeinsam, was zu einem möglichen Beruf passt.

Nicht immer sind die Klassenarbeiten der einzige Hinweis. Wer jede freie Minute in der Werkstatt des Nachbarn verbringt, Apps programmiert oder schon im Kindergarten Tauschgeschäfte betrieben hat, kann darin Hinweise für die Jobwahl finden. Anregungen, welcher Job für einen selbst der Richtige sein könnte, finden sich zum Beispiel auf dem Berufe-Universum.

Individueller ist natürlich die Beratung beim Berufspsychologen, die jede Arbeitsagentur anbietet. Der hat auch eine Reihe von Leistungs- oder Persönlichkeitstests und kann gute Tipps bei der Entscheidung geben. Konkreter kann das Ganze dann mit den weiteren Angeboten der Agentur für Arbeit werden. Vor Ort bietet das Berufsinformationszenturm (BIZ) alles rund um die Berufswahl. Ohne Anmeldung und kostenlos natürlich. Die Berufsberater des Arbeitsamtes beantworten ganz persönlich Fragen zu Berufsbildern, Bewerbungschancen und Qualifikationen. Man kann am Telefon, persönlich oder online einen Termin für ein Gespräch ausmachen. Das hilft herauszufinden, ob der Schulabschluss und die Noten zum Traumberuf passen und ob es dafür überhaupt in der Region eine Ausbildung gibt. Denn nicht immer ist alles in der Nähe machbar. Dann muss man abwägen, ob sich ein teurer Umzug lohnt und mit dem Einstiegsgehalt überhaupt machbar ist, oder ob es vielleicht doch ein ähnlicher Beruf in der Gegend sein kann.

Aber was ist ähnlich? Steckbriefe zu einigen Berufsbildern gibt es kurz und knapp zum Beispiel beim Deutschen Gewerkschaftsbund, als Kurzfilm oder mit Stichworten zu den Voraussetzungen, konkreten Tätigkeiten und Einsatzorten auf Planet-Beruf. So erfahren Schulabgänger, welche Fächer für die Ausbildung wichtig sind und warum. Denn wer weiß schon, worauf es etwa als Glasapparatebauer ankommt und welcher Abschluss dafür erwartet wird?

Ist das glasklar oder zumindest so ziemlich, geht es an den letzten Schritt vor der Bewerbung: die Suche nach passenden Ausbildungsstellen. Hierfür stehen online viele Börsen zu Verfügung, zum Beispiel die Jobbörse der Agentur für Arbeit.

Wer es lieber zum Anfassen hat, kann auch auf einer Ausbildungsmesse vorbeischauen. Dort stellen sich Unternehmen und Institutionen vor. So bekommt man einen ersten Eindruck von möglichen Arbeitsplätzen und unterschiedlichen Firmen und kann ein paar Kontakte herstellen, im Gespräch Sympathiepunkte sammeln oder sogar schon persönlich eine Bewerbungsmappe beim Wunsch-Arbeitsgeber lassen. Der wiederum macht sich ein Bild von dem Kandidaten, so dass dessen spätere (vollständige) Bewerbung aus der Masse heraussticht.

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