Nachwuchssituation in der Chemieindustrie Baden-Württemberg

Ausbildungsplätze auf hohem Niveau, aber weniger als 30 Prozent unbefristete Übernahmen

"Ausbildungsangebot top, unbefristete Übernahme Flop": So fasst Catharina Clay, Landesbezirksleiterin der IG BCE Baden-Württemberg die diesjährige Ausbildungssituation in der chemischen Industrie zusammen. "Diese unsichere Perspektive passt nicht zur Absicht der Arbeitgeber, ihren Fachkräftenachwuchs auf lange Sicht sicherzustellen".

Klaus Hecke

Aktion der Landesbezirksjugend zur Chemie-Tarifrunde 2014 Aktion der Landesbezirksjugend zur Chemie-Tarifrunde 2014: Die Arbeitgeber erhalten Glückskekse mit Hinweisen wie "Glückwunsch, Sie werden unbefristet übernommen".

Clay kritisiert, dass 2014 die Arbeitgeber 41 Prozent der zur Übernahme anstehenden Lehrlinge für sechs oder zwölf Monate befristet übernommen haben: "Gerade kurze Befristungen treffen damit zu viele. Eine auf lange Sicht fahrlässige und kurzsichtige Mitarbeiterpolitik, die Unternehmen und Nachwuchs sichere Perspektiven verbaut. Ein eigenes Zuhause und eine eigene Familie sind Wunschdenken. Was nach der Befristung kommt, ist ungewiss."

Zwar liegt das Ausbildungsplatzangebot auf hohem Niveau: 2014 haben die Arbeitgeber 1.021 Lehrstellen angeboten (+ 0,9 Prozent i. Vgl. z. 2013). "Doch wenn andere Branchen stabilere Zukunftsaussichten bieten, entscheiden sich die jungen Menschen für Sicherheit – während unsere Branchen an Attraktivität verlieren".

Die Gewerkschafterin erinnert die Arbeitgeber daran, dass im zurückliegenden Tarifabschluss vereinbart wurde, die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung zum Normalfall werden zu lassen. "Die Arbeitgeber sind jetzt in der Pflicht, die Aussagen im Tarifvertrag ernst zu nehmen und endlich Schluss zu machen mit unnötigen Befristungen".

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