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15.07.2020

Werkschließung Saint-Gobain Solar

Mitbestimmung bei Saint-Gobain erwünscht?

Das Unternehmen Saint-Gobain ist an verschiedenen Standorten in Deutschland vertreten. Einer dieser Standorte ist die Spiegelfabrik in Mannheim. 170 Jahre Tradition sollen hier laut dem Unternehmen in naher Zukunft enden. In Mannheim betrifft dies 140 Kolleginnen und Kollegen in zwei Unternehmen. Sie teilen sich eine Anschrift, doch blickt man etwas tiefer, so zeigen sich Differenzierungen am Standort.

Während die KollegInnen der Saint-Gobain Glass einen Betriebsrat und Tarifvertrag haben, so hat man dies in der Vergangenheit bei Solar verhindert. Durch den fehlenden Tarifvertrag sind die Arbeitsbedingungen und Entgelte ebenfalls sehr verschieden. Saint-Gobain hat hier Beschäftigte zweier Klassen geschaffen.

Soziale Verantwortung und gerechte Bedingungen sehen anders aus.

Mitbestimmung scheint bei Saint-Gobain zudem zunehmend unerwünscht, da der Aufsichtsrat selbst keine Informationen seitens des Unternehmens erhalten hat, sondern es aus der Presse erfahren musste. Deshalb tagt dieser nun am 27.07.2020 außerordentlich in der Hoffnung auf Informationen.

Am 14.07.2020 kam es dann zu einer weiteren Untergrabung der Mitbestimmung, da uns als vertretende Gewerkschaft der Zutritt zum Unternehmen ohne Begründung verwehrt wurde. Trotz des Hinweises auf das betriebsverfassungsmäßige Zutrittsrecht durch die Polizei verweigerte dies der Arbeitgeber, obwohl wo man doch um 11 Uhr noch als langjähriger und vertrauensvoller Partner der Saint-Gobain grundsätzlich willkommen sei.

Gründe für die Verweigerung wurden nicht genannt.

Saint-Gobain hat damit den Weg der Sozialpartnerschaft verlassen und untergräbt die Mitbestimmung.

Dazu können wir als IG BCE nur sagen: Nicht mit uns!

Wir fordern daher das Unternehmen auf, zur Sozialpartnerschaft zurückzukehren.

Vielleicht am Ende doch alles nur ein großes Missverständnis?